Compliance ohne Wechsel des Payment-Systems

Frau beim Laden ihres EVs

Compliance ohne Wechsel des Payment-Systems

Im Feld der E-Mobility wartet Europa für Service Provider mit einigen Besonderheiten auf. Sogar unter den EU-Ländern gibt es keine steuerrechtliche Vereinheitlichung. Zusätzlich werden per se einheitliche EU-Vorgaben, wie beispielsweise die AFIR, unterschiedlich umgesetzt.

Wie CPOs EV-Charging-Compliance in Europa skalierbar lösen können

Der Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur in Europa bringt für Charge Point Operators (CPOs), und EV-Charging-Plattformanbieter eine zentrale Frage mit sich: Wie lassen sich neue Märkte erschließen, ohne für jedes Land eigene Compliance-Prozesse aufzubauen?

Viele Ladeinfrastrukturbetriebe haben bereits funktionierende Payment-Lösungen im Einsatz.

Die eigentliche Herausforderung liegt daher oft nicht im Payment selbst, sondern in den regulatorischen Anforderungen, die daran geknüpft sind. Diese Vorgaben ändern sich laufend. Einerseits durch die unterschiedlichen Umsetzungen der AFIR in EU-Ländern und andererseits durch Steuerrechtsänderungen. Wer in mehreren Ländern gleichzeitig aktiv ist, steht vor noch komplexeren Herausforderungen.

Genau hier setzt Cloud-2-Compliance an: als Compliance-Layer für Unternehmen, die ihre bestehende Payment-Lösung beibehalten möchten, aber dennoch Fiskalisierung, E-Invoicing, digitale Belege und länderspezifische Anforderungen zentral abdecken müssen, um stets rechtskonform zu sein. Über einen zentralen Endpunkt angebunden, übernimmt Cloud-2-Compliance die Weiterleitung zwischen Fiskalisierung, VAT Compliance und Receipt Rendering.

Damit sind die Eckpfeiler hinsichtlich Payment in der E-Mobility abgesteckt. In den nächsten Abschnitten beschäftigen wir uns eingehender damit, was die ungeheure Komplexität in diesem Feld ausmacht und wie Payment von Compliance gesondert betrachtet werden muss.

Warum EV-Charging-Compliance komplexer als klassische Zahlungsabwicklung ist

Payment und Compliance werden im Markt häufig gemeinsam betrachtet. In der Praxis sind es jedoch zwei unterschiedliche Aufgabenbereiche.

Eine Payment-Lösung verarbeitet Zahlungen, autorisiert Transaktionen und bindet Zahlungsdienstleister, Terminals oder Acquirer an. Compliance-Anforderungen betreffen dagegen die gesetzeskonforme Dokumentation, Verarbeitung, Übermittlung oder Archivierung steuerlich relevanter Daten. Dazu gehören je nach Land unter anderem Fiskalisierung, E-Invoicing, E-Reporting, digitale Belege, manipulationssichere Aufzeichnung und gesetzlich definierte Datenübermittlung an Behörden.

Für EV-Charging-Anbieter:innen entsteht daraus eine besondere Komplexität. Ladevorgänge sind digitale Services, oft ad hoc, häufig grenzüberschreitend skalierbar und technisch eng mit CPMS, Tarifen, Ladepunkten, Payment-Systemen und Belegprozessen verbunden. Gleichzeitig unterscheiden sich die steuerlichen Anforderungen innerhalb der EU erheblich.

Das bedeutet konkret: Ein Setup, das in einem Markt ausreichend ist, kann in einem anderen Markt unvollständig sein. Deshalb reicht es für international skalierende CPOs nicht aus, nur eine funktionierende Zahlungsstrecke zu haben. Entscheidend ist, ob der:die Betreiber:in die relevanten Transaktionsdaten im jeweiligen Land rechtskonform erfassen, verarbeiten, melden und dokumentieren kann.

Damit man sich das trotz der komplexen Thematik besser vorstellen kann, ziehen wir zwei Beispielländer heran. Anhand von Italien und Frankreich zeigen wir, worin die Unterschiede in den rechtlichen Vorgaben liegen können.

Italien und Frankreich: zwei Märkte, zwei unterschiedliche Compliance-Logiken

Besonders gut zeigt sich die Komplexität am Vergleich zwischen Italien und Frankreich. Zwei EU-Länder, die sogar eine gemeinsame Grenze teilen und in ihren gesetzlichen Vorgaben so verschieden sind. Beide Märkte treiben digitale Steuerkontrolle voran, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Italien: Fiskalisierung und Erfassung von Transaktionsdaten

Italien ist im Bereich digitaler Steuerkontrolle ein sehr fortgeschrittener Markt. Für elektronische Rechnungen nutzt Italien seit Jahren das zentrale Austauschsystem Sistema di Interscambio, kurz SdI.

Für EV-Charging ist jedoch besonders relevant, dass Italien die steuerliche Behandlung von Ladevorgängen zunehmend konkretisiert. Laut einer Veröffentlichung von RetailForce können Betreiber:innen von EV-Ladestationen sogenannte „Energy Server“ über das Portal „Fatture e Corrispettivi“ registrieren. Diese Energy Server speichern Verkaufsdaten und übermitteln diese an die italienische Steuerbehörde. Die Übermittlung von Verkaufsdaten muss über den dafür vorgesehenen Kanal erfolgen und Transaktionsdaten müssen für bestimmte Zeiträume fristgerecht übermittelt werden.

In Italien ist es verpflichtend, an öffentlich zugänglichen EV-Ladestationen Tagesumsätze elektronisch aufzuzeichnen und telematisch an die Steuerbehörde zu übermitteln. Technisch geht es also nicht nur um eine Rechnung oder einen digitalen Beleg, sondern um die Frage, ob Ladevorgänge steuerlich korrekt aufgezeichnet, gespeichert und gemeldet werden.

Frankreich: E-Invoicing und E-Reporting

Frankreich geht einen anderen Weg. Dort steht die schrittweise Einführung der elektronischen Rechnungsstellung und des E-Reportings im Vordergrund. Das französische Wirtschaftsministerium beschreibt, dass ab 1. September 2026 alle Unternehmen in der Lage sein müssen, elektronische Rechnungen zu empfangen. Große Unternehmen und Unternehmen mittlerer Größe müssen ab diesem Zeitpunkt elektronische Rechnungen ausstellen und Transaktions- sowie Zahlungsdaten an die Verwaltung übermitteln. Kleine und sehr kleine Unternehmen folgen ab 1. September 2027.

B2C-Transaktionen, etwa an EV-Ladestationen, können unter die E-Reporting-Anforderungen fallen, sodass relevante Transaktionsdaten digital an die französische Steuerbehörde übermittelt werden müssen. Auch am Ladepunkt erzeugte Belege werden in den Reporting-Prozess einbezogen.

Was diese Unterschiede für CPOs bedeuten

Wer in mehreren EU-Märkten aktiv ist, braucht eine Architektur, die unterschiedliche nationale Anforderungen verarbeiten kann. Die technische Umsetzung unterscheidet sich deutlich in verschiedenen Ländern. Genau diese Unterschiede machen Einzelintegrationen teuer und wartungsintensiv.

Wenn ein CPO für jeden Markt eine eigene Compliance-Anbindung entwickelt, entstehen mehrere Risiken:

  • hoher Abstimmungsbedarf mit lokalen Steueranforderungen
  • unterschiedliche Datenmodelle und Übertragungswege
  • laufende Anpassungen bei regulatorischen Änderungen
  • steigende Komplexität im Betrieb

Die Herausforderung ist also nicht nur regulatorisch, sondern auch architektonisch.

Weil uns genau das am Herzen liegt, haben wir uns der Herausforderung gestellt. Wir haben nicht nur eine Direct-Payment-Software in petto, die alle Stücke punkto Compliance spielt, sondern auch eine Variante, die auf eine fremde bereits bestehende Direct-Payment-Software aufgesetzt werden kann. Wir nennen sie Cloud-2-Compliance.

Cloud-2-Compliance als Compliance-Layer für bestehende Systeme

Die Lösung namens Cloud-2-Compliance von FINETELLIGENCE adressiert genau diese architektonische Herausforderung. Statt Payment, CPMS und Compliance eng miteinander zu vermischen, wird Compliance als eigenständiger Layer gedacht.

Das ist besonders relevant für Unternehmen, die bereits ein eigenes Payment-System betreiben. Sie müssen ihre bestehende Zahlungsinfrastruktur nicht ersetzen, sondern können einfach Compliance-Funktionen ergänzen. Damit sind Routing zwischen Fiskalisierung und VAT Compliance sowie Funktionen für Receipt Rendering und Terminal-Onboarding abgedeckt.

Der praktische Nutzen liegt in der Vereinfachung:

  • Eine zentrale Schnittstelle ersetzt mehrere länderspezifische Einzelintegrationen.
  • Bestehende Payment-Systeme können weiter genutzt werden.
  • Compliance-Prozesse werden standardisiert.

Anschließend erläutern wir, wie das tatsächlich in der Praxis umgesetzt werden kann und für wen sich diese Lösung besonders eignet.

Ein konkretes Anwendungsszenario

Ein EV-Charging-Plattformanbieter betreibt bereits eine eigene Payment-Lösung. Diese ist mit Terminals, Acquirern, CPMS und bestehenden Kundenprozessen verbunden. Ein Wechsel des Payment-Systems wäre nicht nur teuer, sondern würde auch operative Risiken erzeugen.

Der Anbieter möchte jedoch in mehrere Märkte in Europa expandieren. Die unterschiedlichen Vorgaben alleinig in EU-Mitgliedstaaten wurden beispielhaft bereits anhand von Italien und Frankreich erklärt.

Ohne zentralen Compliance-Layer müsste das Unternehmen für jeden Markt einzeln prüfen, entwickeln, integrieren und warten. Mit Cloud-2-Compliance kann der Anbieter seine bestehende Payment-Lösung beibehalten und die Compliance-Anforderungen über eine zentrale Anbindung abbilden.

Fazit: Compliance wird zum Skalierungsfaktor

EV-Charging-Compliance ist kein Nebenthema mehr. Für Betreiber:innen öffentlicher Ladeinfrastruktur und EV-Charging-Plattformanbieter:innen wird sie zu einem entscheidenden Faktor für Markteintritt, Wachstum und operative Stabilität.

In diesem Beitrag werden Italien und Frankreich beispielhaft erwähnt, um zu zeigen, wie fragmentiert alleinig die Lage im europäischen Markt ist. Beim Thema Fiskalisierung handelt jedes Land unterschiedlich, ohne Vereinheitlichung.

Wer in mehreren EU-Ländern aktiv ist, braucht daher keine weitere Insellösung, sondern eine Compliance-Architektur, die unterschiedliche Anforderungen zentral verarbeitet.

EINFACH FLEXIBEL

Unsere Lösung ist besonders flexibel und unterstützt sowohl die direkte Integration eines Terminals in eine Ladesäule als auch einen dezentralen Kiosk zur Bedienung mehrerer Ladesäulen. Sie können Ihren Ladepark also ganz nach Ihren Wünschen designen. Unser Direct Payment funktioniert unabhängig von Ihrem Ladesäulenmanagement (CPMS) und ermöglicht es, verschiedene Ladesäulenhersteller in Ihrem Portfolio zu integrieren, während Sie nur eine Payment-Software benötigen.

EINFACH INDIVIDUELL

Wir passen unsere Software ganz individuell Ihren Bedürfnissen an. Gemäß Bausteinprinzip hält unsere Payment-Lösung eigene Module bereit, die beispielsweise einen direkten Datentransfer zur Buchhaltung ermöglichen. Bestehende Schnittstellen zu allen gängigen ERP-Systemen sorgen zusätzlich für eine reibungslose Integration. Natürlich gibt's unsere Lösung auch in Ihrem Markendesign!

EINFACH TRANSPARENT

Unsere Software bietet transparente Preise und ermöglicht eine einfache sowie schnelle Integration. Denn wir schauen über den Tellerrand hinaus und unterstützen daher zahlreiche Protokolle. Durch direkte Verträge mit Acquirern entstehen für CPOs keine versteckten Kosten. Damit ist attraktives Pricing für den:die Enduser:in möglich. Das bestehende CPMS bleibt weiterhin nutzbar, selbst bei zukünftigen Änderungen. Unsere Lösung gewährleistet noch weitere Zukunftssicherheit, denn bei einem Backend-Wechsel kann sie problemlos weiterverwendet werden.

EINFACH RECHTSKONFORM

Unsere Payment-Lösungen sind rechtskonform und berücksichtigen nationale Steuergesetze – natürlich auch die AFIR. Lesen Sie hier mehr zur AFIR So sind sie unsere Lösungen bereits für Ladeparks in verschiedenen Ländern erfolgreich im Einsatz. Dank unserem Schwesterunternehmen RetailForce bieten wir inhouse Expertise hinsichtlich steuerrechtskonformer Belegerstellung, die sich in der Praxis bewährt hat. Unsere Lösung ist international skalierbar und ermöglicht einfaches Bezahlen mit innovativen Zahlungsmethoden.

EINFACH PRAXISBEWÄHRT

Mit mehr als zwei Jahrzehnten Erfahrung sind wir echte Payment Experts. Unsere Payment-Lösung ist tagtäglich in vielen Ländern bereits im Einsatz. Damit ist sie nicht nur besonders ausgereift und erprobt, sondern auch sofort einsatzbereit. Im Zuge des Bezahlvorgangs kann Ihre Kundschaft mittels QR-Code ihren Beleg aufs Handy übertragen.